Auf der Reif-Sprachlernplattform sind alle Texte wörtlich in die Muttersprache der Lernenden übertragen. Dabei geht es nicht darum, eine grammatikalisch „korrekte“ Übersetzung im klassischen Sinn zu liefern.
Stattdessen geht es darum, die Funktion der Wörter verständlich zu machen – also das, was im Satz gefühlt passiert.
Ein gutes Beispiel ist das englische Wort „being“ in der Konstruktion des Vorgangspassivs:
Beispiel:
The cars are being cleaned.
Grammatikalisch korrekt übersetzt:
Die Autos werden gerade geputzt.
Wörtlich zerlegt:
are = werden
being = gerade
cleaned = geputzt
Warum „being = gerade“ sinnvoll ist:
Im Englischen drückt „being“ aus, dass ein Vorgang im Moment passiert.
Im Deutschen verwenden wir dafür Wörter wie „gerade“, „im Moment“ oder „zurzeit“.
Deshalb ist die wörtliche Übersetzung „being = gerade“ zwar nicht grammatikalisch korrekt, aber didaktisch sehr hilfreich – weil sie sofort zeigt, was im Satz geschieht.
Keine Übersetzung – sondern Verständnishilfe
Wörtliche Übersetzungen werden manchmal mit guten Übersetzungen verwechselt – und dann als „komisch“ empfunden. Doch sie sind keine Übersetzungen im eigentlichen Sinn.
Sie dienen ausschließlich dazu, die Fremdsprache aus sich heraus zu verstehen.
Man bleibt mit der Aufmerksamkeit in der Fremdsprache – und bekommt, ohne den Sprachfluss zu verlassen, ein tiefes Verständnis.
Genau das ist das Geniale an diesem Prinzip: Trotz muttersprachlicher Unterstützung bleibt man ganz in der Originalsprache – und lernt intuitiv, wie sie funktioniert.
Ziel der Reif-Sprachlern-Plattform:
Wörter sollen nicht abstrakt erklärt, sondern im Zusammenhang verstanden werden.
Die wörtlichen Übersetzungen helfen dabei, die Struktur der Fremdsprache intuitiv zu erfassen.
Sie zeigen, wie sich die Bedeutung im Satz aufbaut – selbst wenn einzelne Wörter dafür eine unkonventionelle Übersetzung erhalten.