In der schulischen Grammatik wird Sprache oft durch Vergleiche und sogenannte Umwandlungsübungen erklärt.
Es wird gezeigt, wie ein Satz in einer bestimmten Form aussieht –
und wie man ihn angeblich „richtig“ in eine andere Form überträgt:
aktiv → passiv, direkt → indirekt, Hauptsatz → Nebensatz, und so weiter.
Diese Technik klingt systematisch, ist aber aus didaktischer Sicht hoch problematisch.
Denn Sprache funktioniert nicht als Rechenaufgabe.
Man verwendet Strukturen nicht, weil man sie umwandelt –
sondern weil sie in der jeweiligen Situation passen.
Wer eine Sprache wirklich lernen will, braucht keine Tabellen und Transformationen, sondern funktionierende Strukturen in lebendigen Zusammenhängen.
Ein Beispiel:
Statt Lernende zu bitten, Sätze aus der direkten Rede in die indirekte Rede zu übertragen,
zeige ich auf der Reif-Sprachlernplattform von Anfang an die Struktur der indirekten Rede so, wie sie in der Sprache vorkommt.
Im Französischen zum Beispiel als
Satz mit que,
Satz mit si,
oder Satz mit de + Infinitiv.
So wird Sprache nicht rückwärts gedacht, sondern von innen heraus verstanden.
Es geht nicht darum, wie man etwas in etwas anderes verwandelt,
sondern wie man etwas ausdrückt.
Denn Sprache ist kein System zum Umformen –
sondern ein Werkzeug zum Sprechen.