🌱 Didaktik

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Wissen vs. Können – Warum Training der Schlüssel zum Sprachenlernen ist

Beim Sprachenlernen unterscheiden wir zwei grundlegende Konzepte:
Wissen und Können.
Diese beiden Konzepte entscheiden darüber, ob man eine Sprache versteht und spricht – oder nur theoretisch kennt.

Wissen – das Fundament

Wissen umfasst alles, was man bewusst über eine Sprache weiß:
Grammatikregeln, Vokabeln, Satzstrukturen und sprachliche Fachbegriffe.
Es ist vergleichbar mit Faktenwissen in anderen Bereichen – hilfreich, aber nicht automatisch handlungsfähig.

Können – die Fähigkeit, Sprache zu leben

Können bedeutet, Sprache anzuwenden – beim Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben.
Ganz ohne Nachdenken über Regeln.
Es entsteht nicht durch das Lernen von Wissen, sondern durch Training, Wiederholung und Erfahrung.

Wissen ist nützlich – Können ist entscheidend

Traditioneller Sprachunterricht vermittelt vor allem Wissen.
Grammatik wird gepaukt, Vokabeln auswendig gelernt, Texte analysiert.
Doch in der Praxis sprechen viele Lernende unsicher, verstehen wenig und fühlen sich überfordert.

Effektives Sprachenlernen setzt deshalb auf Training:
Das Gehirn erkennt durch Wiederholung Muster und automatisiert sie – genau wie beim Fahrradfahren.

Was Sprachenlernen mit Fahrradfahren gemeinsam hat

Man kann die physikalischen Prinzipien der Balance erklären – aber niemand lernt Fahrradfahren durch Theorie. Der Gleichgewichtssinn entsteht erst durch Erfahrung.

Genauso ist es mit Sprache:
Erst durch aktives Training wird aus Wissen echtes Können.
Beim Fahrradfahren denkt man nicht mehr nach – man fährt.
Beim Sprechen denkt man nicht mehr nach – man spricht.

🔧 Die Reif-Sprachlernplattform: Training statt Theorie

Genau hier setzt die Reif-Sprachlernplattform an.
Statt klassischer „Übungen“ bieten wir gezielte Trainings,
die Sprache systematisch verinnerlichen –
so lange, bis sie sich fast von selbst entfaltet.

Mit dem richtigen Training wird Sprache lebendig.
Und Sprachenlernen wird nicht nur effektiver – sondern natürlicher.

Wörtliche Übersetzungen zeigen die Funktion – nicht die grammatikalische Form

Auf der Reif-Sprachlernplattform sind alle Texte wörtlich in die Muttersprache der Lernenden übertragen. Dabei geht es nicht darum, eine grammatikalisch „korrekte“ Übersetzung im klassischen Sinn zu liefern.
Stattdessen geht es darum, die Funktion der Wörter verständlich zu machen – also das, was im Satz gefühlt passiert.

Ein gutes Beispiel ist das englische Wort „being“ in der Konstruktion des Vorgangspassivs:

Beispiel:

The cars are being cleaned.
Grammatikalisch korrekt übersetzt:
Die Autos werden gerade geputzt.

Wörtlich zerlegt:
are = werden
being = gerade
cleaned = geputzt

Warum „being = gerade“ sinnvoll ist:

Im Englischen drückt „being“ aus, dass ein Vorgang im Moment passiert.
Im Deutschen verwenden wir dafür Wörter wie „gerade“, „im Moment“ oder „zurzeit“.
Deshalb ist die wörtliche Übersetzung „being = gerade“ zwar nicht grammatikalisch korrekt, aber didaktisch sehr hilfreich – weil sie sofort zeigt, was im Satz geschieht.

Keine Übersetzung – sondern Verständnishilfe

Wörtliche Übersetzungen werden manchmal mit guten Übersetzungen verwechselt – und dann als „komisch“ empfunden. Doch sie sind keine Übersetzungen im eigentlichen Sinn.
Sie dienen ausschließlich dazu, die Fremdsprache aus sich heraus zu verstehen.
Man bleibt mit der Aufmerksamkeit in der Fremdsprache – und bekommt , ohne den Sprachfluss zu verlassen, ein tiefes Verständnis.

Genau das ist das Geniale an diesem Prinzip: Trotz muttersprachlicher Unterstützung bleibt man ganz in der Originalsprache – und lernt intuitiv, wie sie funktioniert.

Ziel der Plattform:

Wörter sollen nicht abstrakt erklärt, sondern im Zusammenhang verstanden werden.
Die wörtlichen Übersetzungen helfen dabei, die Struktur der Fremdsprache intuitiv zu erfassen.
Sie zeigen, wie sich die Bedeutung im Satz aufbaut – selbst wenn einzelne Wörter dafür eine unkonventionelle Übersetzung erhalten.